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Beyond Green Growth: Für eine doppelte Entkopplung

(23.05.2021) Um die wirtschaftlichen Folgen der CoronaPandemie zu überwinden, wird weltweit vor allem auf Wirtschaftswachstum gesetzt. Auf diese Weise soll das Vorkrisen-Niveau möglichst schnell wieder erreicht, die Arbeitslosigkeit gesenkt und das Wohlstandsniveau gesteigert werden. Zudem erscheint Wirtschaftswachstum als einfachster Weg aus der hohen Staatsverschuldung. In den USA, der EU und Deutschland soll ein erheblicher Teil der staatlichen Mittel zur Pandemiebewältigung in „grüne“ Investitionen fließen, um so die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu befördern. Ob eine solche „Green-growth-Strategie“ oder der gegenteilige Ansatz der Wachstumsrücknahme (Degrowth) der richtige Weg ist, um Klima und Umwelt zu schützen, wird kontrovers diskutiert. Da beide Ansätze ihre Schwächen haben, sollte Politik nicht allein auf einen von ihnen setzen. Damit es gelingt, die planetaren Belastungsgrenzen einzuhalten, sollten umweltschädliche externe Effekte mithilfe marktbasierter Instrumente internalisiert, Raum für Experimente und innovative Ansätze geschaffen und gesellschaftliche Institutionen wachstumsunabhängiger gestaltet werden.