(11.01.2024) Deutschland hat den teuersten und größten öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) der Welt. Über seinen Auftrag, seine Leistungen und Kosten wird immer wieder kontrovers diskutiert. Fälle von Verschwendung bis hin zu Vorwürfen von Untreue offenbaren zudem Defizite der Corporate Governance des ÖRR. Ganz grundlegend stellt sich angesichts der Digitalisierung und eines veränderten Mediennutzungsverhaltens die Frage, ob bzw. in welchem Umfang ein öffentlich-rechtliches Rundfunkangebot heutzutage überhaupt noch zu rechtfertigen ist. In einer Zeit des Informationsüberangebots und der Fake News ist es die Kernaufgabe eines öffentlich finanzierten Rundfunksystems, verlässliche und objektive Informationen bereit zu stellen bzw. Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Dies könnte kostengünstig durch ein Ausschreibungssystem für einzelne, diesem Auftrag entsprechende Sendungen oder Sendereihen erreicht werden. Als Einstieg könnte dies zumindest in kleinerem Umfang erprobt werden. In jedem Falle sollte das Leistungsspektrum reduziert und auf den Bildungs- und Informationsauftrag fokussiert werden. Zudem sollten die internen Strukturen der Sender kritisch überprüft und ihre Governance-Strukturen gestärkt werden.

