(11.06.2020) Das Vertrauen in den Staat und in seine Institutionen wird zurzeit in einem ungewöhnlichen Maße beansprucht. Die gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschränken die persönliche Freiheit und das gesellschaftliche Leben in bisher unvorstellbarer Weise. Nach anfänglich weit verbreiteter Unterstützung für die beschossenen Einschränkungen kritisieren inzwischen manche die restriktiven staatlichen Regelungen, zumal auch diese gesundheitliche Nachteile mit sich bringen (Gewalt, existenzielle Sorgen). Einige wittern sogar Verschwörungen und teilen ihre Theorien darüber in sozialen Netzwerken und bei Demonstrationen. Dem scheint ein massives Misstrauen insbesondere gegenüber denjenigen Institutionen (Politik, Behörden, Medien) zugrunde zu liegen, die andere Meinungen vertreten als die eigene – unabhängig von ihrer wissenschaftlichen Expertise oder ihrer demokratischen Legitimation. Damit politische Maßnahmen akzeptiert werden und Vertrauen in politische Entscheidungsträger und demokratische Prozesse erhalten bleibt, sollte die Politik ihre Entscheidungen transparent kommunizieren und nachvollziehbar begründen.

